Die Situation vieler Arbeitenden Menschen hat sich im letzten Jahr stark verändert. Kurzarbeit, Massenentlassungen, Überstunden oder Jobverluste sind Themen, die immer wieder im gesellschaftlichen Diskurs zu hören sind. Auch die Situation von jungen Menschen in einer Lehre hat sich drastisch verschlimmert. Während der momentanen Pandemie zeigt sich wieder einmal deutlich, dass Lernende junge Arbeiter*innen sind, die sich ab den ersten Lehrjahren in einem kapitalistischen Ausbeutungsverhältnis wiederfinden. So wurden in den letzten Monaten viele Lernende mit ihrem ohnehin schon viel zu tiefen Lohn, zusätzlich einem enormen ökonomischen Druck ausgesetzt. Diesist eine direkte Folge der Krisenpolitik des Bundes! Indem er Menschen in Ausbildung von Juni bis Januar den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung (KAE) verwehrte, legte er den Betrieben einen Steilpass, um die ohnehin schon prekäre Situation von Lernenden noch stärker auszunutzen: Ausgelernte Arbeiter*innen wurden auf KAE freigestellt , während Lernende weiterhin den Betrieb und seine Profite erhalten müssen. Dies passiert oftmals mit Überstunden oder sogar mit dem streichen von überbetrieblichen Kursen der Lernenden.Beispiele wie das Hotel Glockenhof in Zürich zeigen diese Scheisse sehr schön auf. Dort mussten 12 Lernende praktisch den ganzen Betrieb schmeissen, während ein Grossteil der ausgelernten Arbeiter*innen auf Kurzarbeit waren. Von bürgerlicher Seite kamen Komplimente an den Betrieb und es wurde von “kreativen Lösungen”, welche für beide Seiten von Vorteil sind, gesprochen. Die NZZ fordert in dieser Situation Durchhaltevermögen von den jungen Arbeiter*innen. Auch in der Coiffeurbranche gibt es beispiele für die Ausbeutung von Lernenden auf Kosten ihrer Gesundheit und ihres Privatlebens. An zwei bis drei Überstunden am Tag hat man sich gewöhnt und ein Chef, der positive Coronafälle im Betrieb verheimlicht, ist auch keine Seltenheit. Da die Lehre ein relativ sicheres, aber auch befristetes Arbeitsverhältnis darstellt, sind die Auswirkungen von Pandemie und Krise für Lehrabgänger*innen umso heftiger. Die Arbeitslosenstatistik des Seco zeigt, dass die Arbeitslosigkeit von 20–24 Jährigen im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 50 Prozent gestiegen ist. Vor allem bei Lehrabgänger*innen zeigen sich diese folgen sehr stark. Viele finden aufgrund der wirtschaftlichen Rezession keine neue Stelle oder können im Lehrbetrieb nicht weiterarbeiten. >>DerJob der “Industriellen Reservearmee” wurde bis dahin erfüllt.<<Sowohl bei der Bildung wie auch am Arbeitsplatz muss die Gesundheit der Schüler*innen und Arbeiter*innen oberste Priorität haben. Für uns ist klar: Wir können uns nicht auf Parlament und Bundesrat verlassen und müssen es den streikenden St. Galler Berufsschüler*innen gleich tun und denWiderstand gegen die ausbeuterische und gesundheitsgefährdende Politik selbst in die Hand nehmen. Denn Alternativen gibt es. So kam anfangs Januar eine Kampagne, mit dem Namen ZeroCovid, aus Menschen von Deutschland, Östereich und der Schweiz zustande, welche sich für die solidarische europaweite Schliessung aller gesellschaftlich nicht notwendigen Wirtschaftsbereiche einsetzt, bis die Fallzahlen auf Null sinken. Das Geld zur Finanzierung dieses radikalen und solidarischen Lockdowns wäre vorhanden. Die besitzende Klasse, welche über Jahre aus der Arbeit von Lohnabhängigen ein gewaltiges Kapital akkumuliert hat, muss dafür aufkommen. Nur so kann verhindert werden, dass Lernende ihre eigene Gesundheit für den Luxus einiger Weniger und das Wohl der Wirtschaft aufs Spiel setzen müssen.
Wir tragen eure Krise nicht! Aus den oben genannten Gründen, und vielen mehr, gehen wir am 27. März 2021 gemeinsam mit Masken aufdie Strasse. Um 15:00 auf dem Hardplatz in Zürich! Kommt alle, denn nur gemeinsam sind wir stark!Quellen sind in diesem Dokument
–>Ganzer Text (10 Seiten) Link: https://docs.google.com/document/d/1foF1jR_73Mg26VO5N8aaHGCgJxrASwWV4T_SL_9Y4N0/edit