Viele Menschen haben im letzten Jahr wohl so viel Zeit wie noch nie in ihrem Zuhause verbracht. Im ersten Lockdown war es für Einige eine willkommene Abwechslung zum ansonsten gestressten Alltag, doch auch schon im März hat sich gezeigt wer die Folgen des Lockdowns am härtesten trifft: Familien in beengenden Wohnverhältnissen, FTIQ* auf welche ein Grossteil der Haus-und Carearbeit entfällt, FTIQ* welche von häuslicher Gewalt betroffen sind und Migrant*innen, deren Wohnverhältnisse in den Asylzentren durch die Pandemie noch zusätzlich verschärft wurden. Diese Aufzählung ist nicht abschliessend, doch sie zeigt auf, dass die aktuelle Pandemie die Unterdrückungsmechanismen einer kapitalistischen Gesellschaft noch verstärkt.Je länger die zweite Welle der Corona-Pandemie dauert, desto mehr zeigt sich erneut, wie wichtig ein sicherer Rückzugsort und ein Zuhause, in welchem mensch sich wohlfühlen kann, sind. Inmitten von Verhaltensempfehlungen wie «Bleiben sie zu Hause. Bitte. Alle» und Homeofficepflicht, könnte aber glatt vergessen gehen, dass es Menschen gibt, welche diesen Empfehlungen und Pflichten nicht nachkommen können, weil sie entweder gar kein Zuhause haben, oder eines welches den Anforderungen eines Pandemiealltages nicht genügt. Gleichzeitig leisten sich Reiche eine Hotelübernachtung nur um wieder einmal in einem Restaurant zu essen.So wird klar: mit dem Slogan «So schützen wir uns» sind nur jene gemeint, die ein sicheres, eigenes Zuhause haben. Alle anderen werden entweder ganz vergessen oder in engen Platzverhältnissen eingesperrt und mit Übergangslösungen abgespeist. Die eigentliche Wurzel des Problems ist dabei, dass der Schutz von Eigentum immer über dem Recht von allen Menschen auf einen sicheren Wohnraum steht. Während der Grossteil der Lohnabhängigen aufgrund der Kurzarbeit umso mehr Mühe haben, Wohnungsmieten zahlen zu können, wurde jede Bestrebung nach Mieterlass oder Mietstreik abgelehnt oder durch Repression verunmöglicht. Wer Boden im Eigentum hat, bemerkt die Pandemie nicht. Doch: Wohnraum sollte ausgenommen sein von kapitalistischen Interessen. Wohnraum sollte Schutz bieten und nicht als Mittel für eine systematische Unterdrückung benutzt werden. So kann es nicht weitergehen! Wir fordern:
+Ein sicheres Zuhause für Alle!
+Für alle die Möglichkeit sich zu schützen.
+Für alle eine gesichterte Existenz
+Alle Lager und Gefängnisse sofort evakuieren und schliessen.
Wir tragen eure Krise nicht! Aus den oben genannten Gründen, und vielen mehr, gehen wir am 27. März 2021 gemeinsam mit Masken auf die Strasse. Um 15:00 auf dem Hardplatz in Zürich! Kommt alle, denn nur gemeinsam sind wir stark!